Kantine

Kantine, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Kantine, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Meine Arbeit in der Kantine der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz brachte mich auf den Gedanken, meine Gedichte aufzunehmen.


hinter jeder Kachel eine Aufnahme

Otto Daniel Baslé
Otto Daniel Baslé
Mex Schluepfer
Mex Schluepfer
Irm Hermann
Irm Hermann
Mit Irm Hermann
Mit Irm Hermann

Es war noch gar nicht lange her, da hatte ich fast alle Filme Fassbinders gesehen. Und dann stand sie plötzlich vor mir, Irm Hermann, in meiner Welt, in der Kantine.

Am besten nicht betonen, sagte ich bevor wir anfingen. Da sei ich bei ihr aber an der falschen Adresse, sie prononciere doch immer so. Auch wenn ich das wort nicht kannte, war mir klar, daß es das Gegenteil bedeuten mußte.

Andreas Ullrich
Andreas Ullrich
Otto Daniel Baslé
Otto Daniel Baslé
Irm Hermann
Irm Hermann
Otto Daniel
Otto Daniel

Wien. Sommerhitze. Mit Otto Daniel unterwegs zum Zentralfriedhof. Dort ziehen wir uns zum Zwecke der Aufnahmen in die kühle Kirche zurück. Der Hall ist unglaublich, so daß wir uns draußen eine von den Allee-Bäumen beschattete Bank suchen.

Just in dem Augenblick als Otto Daniel mit Der Bus hält hier nicht mehr beginnt, fährt eine Kutsche vorbei und der Hufschlag der Pferde wird zum special efect im Gedicht.

Walid Al-Atiyat
Walid Al-Atiyat
Georg Friedrich
Georg Friedrich
Ulrich Voss
Ulrich Voss
Andreas Ullrich
Andreas Ullrich

Andreas Ullrich ist mein Nachbar. Vor einer Schicht klingelte ich einmal bei Ulli an der Tür, um ihn zu bitten, die Glühbirne auf meiner Etage zu wechseln. Als ich dann nachts nach Hause kam, freute ich mich. Nicht nur, weil ich nicht im Dunkeln stand, sondern auch über das nachbarschaftliche Gefühl, für das Andreas symbolisch die Verpackung der ausgewechselten Birne hatte liegen lassen.

Nathalie Seiss
Nathalie Seiss
Georg Friedrich
Georg Friedrich
Axel Wandtke
Axel Wandtke

Radio

Ein Gedicht im Radio hören. Das Kulturradio des RBB hat ein Programm mit dem Titel Kurz und Gut. Lebende Dichter und Dichterinnen sprechen dafür ihre Gedichte ein.

Masurenallee. Haus des Rundfunks. Foyer. Guten Tag. Paternoster. Studio. Aufnahme. Noch ein Foto. Aufwiedersehen. Für mich war es das erste Mal. In meiner Aufregung und Vorfreude hatte ich an die Routiine der anderen nicht gedacht. Nicht einmal daran, daß ich Geld dafür bekomme. Kaufen und Verkaufen. Die Sachlichkeit des Vorgangs traf mich unvorbereitet und löste eine Leere aus, wie ich sie beim nächsten Mal wohl nicht mehr empfinden werde.


Extempore