Mein erstes Mal

Ein Gedicht im Radio hören. Das Kulturradio des Rundfunk Berlin-Brandenburg hat eine Sendung mit dem Titel Kurz und Gut. Dichtende Menschen sprechen dafür ihre Gedichte ein. Das habe ich gemacht.

Verabredung im Haus des Rundfunks. Ich werde abgeholt. Vom Foyer mit dem Paternoster ins Studio zur Aufnahme. Mit einem Glas Wasser in die Kabine. Vor mir, durch die Scheibe, sehe ich den Redakteur und den Tontechniker. Eins, zwei, drei Gedichte. Anschließend noch ein Foto und fertig.

Ich gehe in die Kantine und trinke (mit Blick auf den Funkturm) einen Kaffee. Auf dem Heimweg werde ich traurig. Was war aus meiner Vorfreude auf das Ereignis geworden? Nichts. Berlin und mittendrin ich - alles ein schwarzes Loch. Wieso denn bloß?

Mit der Frage nach meiner Adresse für die Honorarnote hatte der Redakteur mich ertappt. Ich wollte nichts verkaufen als ich in die Masurenallee gefahren bin. Was ich wollte als ich mich (jetzt muß ich schreiben) angeboten habe, war mein Gedicht im Radio hören.

Foyer, Haus des Rundfunks
Foyer, Haus des Rundfunks
Haus des Rundfunks
Haus des Rundfunks